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9. November
1938 - 9. November 2003 Peter Gingold, 1916 in Aschaffenburg geboren, ist von Geburt Jude und
seit fast siebzig Jahren Kommunist. Vor 1933 als junger Antifaschist in
Frankfurt/ Main, dann im französischen Exil und später als Angehöriger
der Résistance kämpft er gegen den Nazi-Faschismus. Zahlreiche
Angehörige, darunter zwei Geschwister, werden ermordet. Nach 1945
zieht er, der als siebzehnjähriger Deutschland verließ, mit
seiner Ehefrau Etty, die er im Exil kennen gelernt hatte, und den gemeinsamen
Kindern nach Frankfurt. Was für ihn eine Rückkehr ist, heißt
für Etty, die aus Rumänien kommt, das Leben in einem Land, das
sie eigentlich nie betreten wollte. Als Mitglieder der KPD sind sie mit
dem aggressiven Antikommunismus der Adenauerjahre konfrontiert, der nicht
selten von antisemitischen Untertönen begleitet ist. Von 1956 bis
1968 arbeiten sie wieder illegal in der nun verbotenen KPD. Anfang der
Siebziger Jahre erhält ihre Tochter Sylvia Berufsverbot. Seit 1989
liegt der Schwerpunkt der Aktivitäten von Peter Gingold in der Vereinigung
der Verfolgten des Nazi-Regimes / Bund der Antifaschisten (VVN - BdA)
und dem Auschwitz-Komitee in der BRD. Er gehört 1989/90 zu den wenigen
expliziten Gegnern der Wiedervereinigung aus dem VVN-Spektrum. 1999 initiiert
er zusammen mit anderen alten jüdischen Antifaschistinnen und Antifaschisten
einen Offenen Brief an die Minister Fischer und Scharping, in dem sie
deren Kriegspropaganda als „zweite Auschwitz-Lüge“ angreifen. |
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