Kritische Theorie als Flaschenpost – wer wirft da eigentlich was wohin?


Die einen werfen im Volkszorn Steine auf Bankgebäude und den Mitmob, andere jubeln dem Papst zu und warten auf die Rückkehr Jesu. Wieder andere wünschen sich einen Panzer als Auto oder die ganze Welt zur Hölle.

So regressiv dies alles ist, so wenig steht dummerweise eine Utopie parat, die wirklich auf eine befreite Gesellschaft zielt. Warum das ist und sein muß; weshalb diese Utopie nur negativ formuliert werden kann, um nichts vorweg von ihrem kritisch-emanzipatorischen Gehalt preiszugeben, wird anhand der Kritischen Theorie dargelegt werden, zumal derjenigen von Adorno. Er will einem Utopieverständnis den Weg weisen, das sich der Kritik der politischen Ökonomie ebenso versichert wie dem unauflöslichen Zusammenhang von Theorie und Praxis. Die Utopie stellt dann nicht mehr die womöglich beste Wahl aus einem vorgefertigten Kanon von Machbarkeiten dar, sondern verweigert sich noch dem Zwang, aus dem Vorgefundenen das kleinste Übel zu wählen. Aus diesem Grund wäre auch noch die berühmte Phrase von Marx: »Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!« als Zeugnis reformistischer Realpolitik zurückzuweisen: Fähigkeiten und Bedürfnisse wären selbst noch jene zweite Natur, die die Gesellschaft als erste ausgibt, die mit einer Menschheit, die ihrem Namen gerecht würde, versöhnt wäre.

Vortrag & Diskussion mit Dirk Braunstein

Montag, 28. November, 19 Uhr.
Neue Probebühne (Eingang AStA Café), Universitätsstraße 16, 50937 Köln.

 

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