Der dystopische Charakter der Utopie nach der verpassten Revolution


Die blühenden Landschaften, von denen Helmut Kohl 1990 sprach, sind Wirklichkeit geworden, wenn auch anders als von ihm intendiert: Der Osten Deutschlands entvölkert sich stetig und nähert sich damit dem grünen Ideal einer Welt ohne Menschen an, wie es z.B. in dem Film „Soylent Green“ beschworen wird. Was in solchen Katastrophenfilmen als Zukunftsszenario verherrlicht wird - eine von Menschen weitestgehend gereinigte Welt -, klingt auch in den offiziellen Klimaprognosen an. Es ist schwer zu sagen, ob diese Prognosen nur das Produkt eines uneingestandenen Wunsches oder bereits eine offene Drohung sind.

Die Utopie eines grünen Kapitalismus, der sich an die ökologischen Erfordernisse angepasst hat, ist jedenfalls nicht weniger dystopisch als die Vorhersagen der Klimaapokalyptiker. Eine utopische Intention, die ihrem Begriff noch angemessen ist, weil sie tatsächlich einen "Nichtort" vorstellt, der nur als radikal Anderes gedacht werden kann, muss gegen die positivistische Technik behauptet werden, derer sich die Klimaforschung, die Technikfolgenabschätzung und nicht zuletzt auch die Science Fiction bedient. Der Vortrag wird sich mit dem Verhältnis von Utopie und Dystopie sowie mit Adornos Kritik dieser Technik beschäftigen.

Vortrag & Diskussion mit Niklaas Machunsky

Montag, 14. November, 19 Uhr.
Neue Probebühne (Eingang AStA Café), Universitätsstraße 16, 50937 Köln, der Eintritt ist frei.

 

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